Cloud computing – Klimaveränderung möglich

Cloud computing – Klimaveränderung möglich

Nachdem ich es trotz verzweifelter Bemühungen nicht geschafft habe, die Studie über Cloudcomputing in Deutschland von der IDC Marktforschung zu erhalten, wollte ich erst gar nicht zu dem Theam bloggen. Schade, dass ich mich dort nicht mit meinen Argumenten platzieren konnte.

Interessant insbesondere, weil dort scheinbar nur durch kurzen Augenschein überprüft wird ob man (das anfragende Unternehmen) nun Cloud-Anwender ist oder nicht. Hätten die Damen und Herren sich dort wirklich mit meinem Arbeitgeber beschäftigt, dann hätten diese sicherlich festgestellt, dass wir sogar ein ganzes Produkt über Cloud computing aufgebaut haben. Aber – es hilft jetzt auch kein mosern und weinen – ist halt so. Ich bin und bleibe studienlos.
Der Spiegel Artikel über das Thema ließ mir jedoch keine Ruhe.

Dort stolpert man nämlich schon im ersten Satz über die Todschreibung von Cloudcomputing: „Cloud Computing war einer der heißesten IT-Modebegriffe der letzten zwei Jahre„. Oha….“war“ – Rest in piece.

Wie falsch der Spiegel Redakteur liegt, zeigt sich wenn man (leider nur) die Kurzfassung der Studie liest.
Immerhin 7% der befragten Unternehmen setzen die virtuelle Rechen- und Speicherkapazität ein. 7 weitere Prozent planen deren Nutzung. Das sind immerhin 14% – eine nicht geringe Menge wenn man die Probleme betrachtet, die die Studie dagegenhält:

– Kaum oder keine Referenzen
– Schwierige Implementierung
– Mangelnde Praxistauglichkeit (??)
– Mangelnde Compliance Richtlinien

Von allen 4 Hauptargumenten die genannt wurden, würde ich nur eines gelten lassen – nämlich das Argument „Compliance“. Solange es keine haltbaren SLA’s gibt, solange wird es (nicht nur in Deutschland) niemand oder nur wenige wagen, wirklich geschäftskritische Anwendungen in die Cloud zu verlegen. Gewinner wird der Anbieter sein, der es als erster wagt, verbindliche Qualitätsmerkmale anzubieten – auch schriftlich.

Das Argument „mangelnde Praxistauglichkeit“ ist absolut hahnebüchend. Das kann nur jemand gesagt haben, der sich bislang noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat (immerhin 75%) oder zu den 4% gehört, die einen Einsatz kategorisch ausschließen. Aber praxistauglich ist es auf jeden Fall – da könnte ich eine Reihe Beispiele nennen, wo es sich so dermaßen empfiehlt auf die Cloud zu setzen wie nur was. Sei es als einfacher Datenspeicher (Videoteaser zu einem neuen – vermutlich erfolgreichem Kinofilm)  oder als zusätzliche Applikationsrechenpower (Online Gewinnspiel bei einer Halbzeitpause eines Championsleague Spiels, Lotto Jackpot jenseits von gut und böse).

Schwierige Implemetierung kann ich auch nicht gelten lassen – Entweder man hat keine Zeit oder keine Lust sich mit der Thematik tatsächlich auseinanderzusetzen oder man hat einfach den Bedarf nicht. Schwierig ist die Implementierung auf keinen Fall – wenn sogar ich es schaffe mit minimalem Aufwand (<1 Tag) mir eine funktionierende Webseite in der Cloud zu basteln.

Kaum oder keine Referenzen lasse ich als Argument für die sehr konservativ ausgerichteten IT-Abteilungen gelten. Diese sind selten „Ahead of the curve“ und setzen nur getestete Systeme ein. 7% in Deutschland sind jedoch Vorreiter und vertrauen auf eine Technologie, die noch nicht mit Referenzen um sich schmeißen kann.

Was die Studie offen lässt, ist der Grad der Zufriedenheit, mit dem die 7% Nutzer die Cloudtechnologie nutzen. Ich vermute, dass hier ein „überragend“ zu hören ist (Erfahrungswerte).

Wie lassen sich jedoch die berechtigten Compliance-Ängste beheben? Das geht relativ einfach, indem man solche Technologien testet.
Moderne Lasttestverfahren von außerhalb der Firewall erlauben hohe Lastzahlen und können so „erwartete Peaks“ simulieren. Also ein probates Mittel um eine erwartete Lastspitze (welche durch Cloud computing abgedeckt werden soll) zu simulieren und das Verhalten der Cloudservices zu testen.

Allerdings kann ich aus meinen bisherigen Tests mit den Services von Amazon und Goolge sagen, dass man nicht erwarten kann, dass die Performance dann auch der Performance von Google oder Amazon entspricht – jedenfalls nicht aus der globalen Perspektive. Zu sehr ist der Standort der virtuellen Umgebung beeinflussend. Wähle ich z. B. die Cloud stationiert in London, dann habe ich die gleichen Latenzprobleme in den USA, als wäre mein Server in Deutschland stationiert. Dort gilt es genau zu evaluieren (!!) welchen Service ich wähle und wo dieser lokalisiert ist.

Eine Frage (gerichtet an die 75% „noch nicht damit beschäftigt“) hätte ich dann doch noch: Wie viele von Ihnen nutzen „Sales Force“ oder andere Software-as-a-Service-Lösungen ?
Ich vermute, einige nutzen diese Technologie bereits. Eigentlich nichts anderes als „Cloud computing“!

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