Google’s Ausfall – die tatsächliche Bedeutung für das Web.

Google’s Ausfall – die tatsächliche Bedeutung für das Web.

Es ging durch die News, dass Google’s services teilweise nicht zur Verfügung standen. Der Spiegel schreibt dazu lapidar:

„Weil Google seine Anwendungen und Rechennetze auch anderen Firmen zur Verfügung stellt, waren auch weitere Websites zeitweise nicht erreichbar.“

Der unwissende Leser denkt und glaubt: War ja nicht so schlimm. Da konnten einige ihre Emails nicht lesen – die Suche war langsamer. Was sich aber hinter „weitere Websites“ verbirgt bleibt auch im Verborgenen.
Wenn man nun weiß, dass Google Services sehr umfangreich sind und wirklich häufig genutzt werden (auch hier im Blog – dieses eine Banner rechts), dann wird die Sache schon etwas „dramatischer“. Google Services sind z. B. Bannerlieferung durch Doubleclick, Bannerlieferung durch Googlesyndication und noch deutlich häufiger genutzt: Google Analytics.

Gemeinsamkeit bei allen diesen Services: Einbindung durch ein kleines Javascript welches von Google bereitgestellte Inhalte nachlädt.

Welche Einflüsse Javascript auf die Ladezeit hat, habe ich im Eintrag: Percieved Rendertime oder gefühlte Ladezeit beschrieben. Javascript verhindert, dass eine Webseite weiter geladen wird. Glück als für diejenigen, die Google Analytics als letztes Element im Quelltext einbunden haben. Die Webseite wurde fertig geladen nur auf Google wurde erfolglos gewartet. Der User hatte das Gefühl die Webseite sei fertig.

lycos

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(Klicken zum Vergrößern

Pech dagegen, wer wie Bild.de schon im Header auf Google Services verwiesen hat. Da wurde dann mitunter die Webseite für bis zu 90 Sekunden nicht weitergeladen. Der normale Internetnutzer weiß nicht, dass er gerade Opfer von Google’s Ausfall wurde, sondern denkt vielleicht: „Boah, Bild geht ja heute gar nicht!“

bild_de

Bei Bild ist Google schon im Header eingbunden.

Deutlich zu sehen ist, wie das Google Problem zum Bild Problem wurde. Zu dem Zeitpunkt war noch nicht ein einziges Bild im Browser geladen. Der User wartete und wartete….bis er vermutlich keine Lust mehr hatte und zu einer anderen Seite wechselte. Für Bild bedeutet das: Weniger Aufrufe, Klickrate sinkt, Umsätze sinken.
Für Webseiten, die richtig umsatzstark sind (Retailer) bedeutet solch ein Ausfall also mitunter richtig Geschäftseinbußen.

Tests haben bewiesen, dass Ausfälle wie dieser dazu führen, dass die Besucherzahl sich nur relativ langsam wieder normalisieren.

Dieser Chart zeigt einen Ausriss aus den Amerikanischen Top 30 Portalen: Namen wie Lycos und Myspace sind nicht gerade selten besuchte Webseiten, welche unter dem Fehler litten.

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Bekannte US-Amerikanische Portale litten unter dem Google Ausfall. Glück, wer wie Lycos erst am Ende des Quelltextes Google eingebunden hat.

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