Wieder ein Browsertest – mit Videokamera

Wieder ein Browsertest – mit Videokamera

PC-Welt hat einen weiteren Browsertest veröffentlicht. Wieder wird mit der Videokamera die Ladezeit gemessen.
Es ist schon interessant, wie die Ladezeit von Webseiten von einem einzigen Standort ermittelt,  und daraus ein Benchmark erstellt wird.

Wie schon zum Test von Microsoft wurde nicht der Traffic des Port 80 der Netzwerkkarte herangezogen, sondern dass, was auch der Webuser wahrnimmt. Ist das Browserfenster gefüllt, hat er zumindest das Gefühl losbrowsen zu können. Was „beyond the fold“ also in dem Bereich unter der Statusleiste liegt, das wird nicht berücksichtigt. Der Fokus liegt als auf der „percieved Rendertime“ – auf deutsch: gefühlte Ladezeit. Dazu aber später mehr.

Anders als alle anderen Tests stellt die PC-Welt Benchmarks bei denen auf Millisekunden geachtet wird, jedoch in Frage, weil kein User die Bruchteile einer Sekunde wahr nimmt. Stattdessen entscheidet sich der User bei der Browserwahl nach den Faktoren: benötigte Funktionalität, persönliche Präferenz und Sicherheit. Ich würde den Faktor Stabilität und vielleicht Kompatibilität noch hinzufügen. Ich kenne z. B. keinen einzigen Linux Anwender, der sich beim Browsen nur auf den Konqueror beschränkt. Jeder hat zumindest noch einen Firefox und/oder einen Opera installiert, um wirklich alle Seiten betrachten zu können.

Die Dinge, die ich kritikwürdig finde sind: Eingeschränkte geografische Streuung solcher Tests und das Aufzeichnen und Auswerten der Tests mittels Videokamera. Es hat irgendwie einen vorsintflutlichen Charakter, insbesondere, wenn z. B. die PC-Welt alles andere im eigenen Labor mit ausgeklügelten Messverfahren auf Herz und Nieren überprüft.

Der Faktor Geschwindigkeit ist natürlich dann ein Faktor, wenn alle Welt sagt: Browser X ist der langsamste. User werden dann (insbesondere bei langsamer Anbindung) dann evtl. doch auf einen anderen Anbieter zurückgreifen.

Der Browserkrieg ist im vollen Gange. Denn wer schon bei dem sensiblen Thema Internet auf den Herrsteller X setzt, wird dieses vielleicht auch beim Betriebssystem des selben Hersteller tun. Einen Webbrowser benutzen nun wirklich fast alle – tagtäglich. Google steht mit Android in den Startlöchern den heimischen PC zu bevölkern.  Apple präsentiert seit Jahren ein stabiles OS und Mircrosoft hat seine Marktführerschaft zu behaupten.

Klar, dass da jeder der schnellste sein will – ob der User das noch wahr nimmt oder nicht ist da sekundär. Nicht sekundär ist, wenn eine Webseite in jedem Browser langsam ist. Die wird dann auch von allen Usern gemieden.

Ergo: Die gefühlte Ladezeit der Webseite zählt. Diese gilt es zu optimieren – Browserunabhängig aber -kompatibel. Optimieren kann ich aber nur das was ich messen kann. Vielleicht etwas zuverlässiger als mit Videokamera – und vielleicht auch von unterschiedlichen Orten als dem eigenen Office.

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