Der Wert einer Webseite

Der Wert einer Webseite

Der Wert einer Webseite

Ich stolpere häufiger über mögliche Ansätze zur Berechnung des Webseitenwertes.
Sprich: was bringt mir die Webseite an Umsatz – und wenn ich investiere: was kann ich dadurch mehr einnehmen.

Eine klassische Return on Invest (ROI) Rechnung.
Die Ansätze sind vielfältig – laufen aber in allen Fällen auf die Folgende Formel hinaus:

V= Visits unique User
C= Anzahl tatsächlicher Bestellungen (Conversion)
Wc = Wert einer Conversion (Gesamtumsatz / C)
I= Kosten des Betriebes der Webseite (Investitionen)

((C*Wc)-I)/V = Umsatz pro Unique Visitor

Die Idee für die Berechnung habe ich mir übrigens hier geklaut und leicht modifiziert

Ein Bespiel für die Wertberechnung pro Monat:

5000 Besucher bestellen jeweils durchschnittlich 30€ .
Die laufenden Kosten betragen 70.000€ bei 500.000 unique Usern.

((5.000*30)-70.000)/500.000 = 0,16 € pro Webseitenbesucher . 1 % aller User haben sich zum Kauf entschlossen.

Mit 5.000 Bestellungen erreiche ich einen Umsatz von 150.000 €

7Media geht nun hin und fügt weitere Wertrelevante Kriterien hinzu und geht damit vom Ansatz her in die richtige Richtung: Welche Faktoren können die prozentuale Anzahl der gesamten Kaufentscheidungen positiv beeinflussen.

Genannt sind als Messbare Wertfaktoren – welche für alle Webseiten gelten sollten:

  1. Standardkonforme Programmierung (Kategorie Technik)
  2. Auffindbarkeit in Suchmaschinen (Google/Yahoo/MSN) (Kategorie Wert für Suchmaschinen)
  3. Einträge in wichtige Verzeichnisse wie DMOZ, Yahoo (Kategorie Verlinkungen)

Als nicht oder nur schwer Messbare, aber beeinflussende Faktoren:

  1. Hat der Inhalt Erinnerungswert – Bleibt die Website im Gedächtnis? (V kann erhöht werden)
  2. Bieten die Inhalte Service, die die ‚realen‘ Mitarbeiter entlasten? (muss gegen die Investitionen gerechnet werden)
  3. Reduziert die Website den Aufwand für Anzeigen in anderen Medien? (muss gegen die Investitionen gerechnet werden)
  4. Kann sich der Besucher klar und einfach orientieren? (V kann erhöht werden)
  5. Wird der Besucher ermutigt, ‚Social Bookmarks‘ zu setzen? (V kann erhöht werden)
  6. Wie hoch ist der Pflegeaufwand der Website (Zeit/Kosten)? (muss gegen die Investitionen gerechnet werden)

Ein weiterer wichtiger Punkt, wird nur angerissen:

  • Vermiedener Schaden (Markenschaden/Kaufabbruch) durch schlechte Website oder keine Online-Präsenz

Auf diesen letzten Punkt und die standardkonforme Programmierung möchte ich mich nun stürzen. Dieser Bereich wird allzuhäufig steifmütterlich behandelt. Die meisten Beiträge im Web zielen leider nur darauf ab, wie mit SEO die Besucherzahl erhöht werden kann. Keine gefundene Quelle beschäftigt sich mit dem Problem, dass die Verfügbarkeit und Performance das vorhanden Webseiten potenzial herunterskalieren.

Der Wert der Verfügbarkeit

Ich gehe einfach einmal davon aus, dass 1% aller vom User benutzten Browser im Durchschnitt nicht unterstützt werden und 4% aller Benutzer einen Bestellprozess Aufgrund von Fehlern oder bei Nichterreichbarkeit der Webpräsenz abbrechen. (Wer das für zu hoch hält kann gerne aktuelle Zahlen aus dem Dezember 2008 von mir erhalten). Lange Ladezeiten führen dann zusätzlich noch dazu, dass ein Prozentsatz X sich gegen einen Kauf entscheidet.

Ich könnte also allein durch eine verbesserte Erreichbarkeit (Browser/Webserver) die Anzahl V erhöhen. Eine Berechnung könnte wie folgt lauten

Man fügt der Formel die Größe Verfügbarkeit oder „Availability“ hinzu:
A= Verfügbarkeit (Availability) in Prozent
Ich setze also für den oben stehenden Wert von 5.000 Kaufabschlüssen eine durchschnittliche Endbenutzerverfügbarkeit von 96% voraus (ohne Browserinkompatibilität).
Jetzt wirds erst richtig spannend: also 500.000 V entsprechen nur 96% aller möglichen Besucher= 500.000/96*100 = 520.833,3

( ! Wow: Über 20.000 Besucher können also gar, selbst wenn sie wollten !!)

Meine Wertberechnung oben stimmt also gar nicht, da ich meine Berechnung von der Anzahl aller Visitors machen muss. Auch all denen, den ein öffnen der Webseite versagt blieb. Also nochmal: ((5000*30)-70000)/520833 = 0,153
Pro User nehme ich im Durchschnitt also deutlich viel weniger ein.

Oder in Conversions ausgedrückt: 0,96% Conversion Rate.
Wieviel Umsatz geht mir nur verloren ?
Also 1% von 500.000 Usern bestellen für 30 €. 1% von 20.000 User, die nicht die Webseite besuchen konnten würden also auch für 30€ bestellen. In dem Beispiel geht es also um einen riskierten oder verlorenen Umsatz von 6000€ monatlich(!) oder aufs Jahr gerechnet 72000€ .
Vom Imageschaden ganz abgesehen zeigt dieses Beispiel deutlich, dass die Verfügbarkeit alleine zu großen Umsatzeinbußen führen kann.

Schaffe ich es also die Verfügbarkeit zu erhöhen, dann verbessert sich auch der Umsatz. Wieviel Umsatzrelevanz die Ausfälle wirklich haben muss eruiert werden, denn leider kommt es zu Kaufabbrüchen und zur Unerreichbarkeit des Servers gerade dann, wenn viel Traffic vorhanden ist.
Die Formel müsste also um einen Algorhytmus erweitern, der genau das berücksichtigt – dazu (muss ich zugeben) reichen jedoch meine mathematischen Fähigkeiten nicht aus.

Auch bleibt – und das finde ich schade – 7Media nur bei dem Konzept die Anzahl der Besucher zu erhöhen. Kümmert sich aber (wie fast alle anderen) nicht darum, das vorhandene Potenzial zu optimieren.

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